Italien
Das Piemont
Historische Wurzeln: Vom rustikalen Landwein zum gesuchten Sammlerwein
Bis ins frühe 19. Jahrhundert wurden die Weine meist süss oder halbtrocken ausgebaut – eine Folge früher Lese und unvollständiger Gärung. Der Wendepunkt kam im 19. Jahrhundert, als moderne Kellertechnik und längere Maischegärzeiten Einzug hielten. Der Nebbiolo konnte nun vollständig vergären, und es entstanden erstmals trockene, kraftvolle Weine. Adlige Weingeniesser und -Förder wie König Vittorio Emmanuel oder die Marchesi die Barolo und visionäre Winzer trugen dazu bei, dass Barolo bald an europäischen Höfen geschätzt und getrunken wurde. Seit 1980 trägt Barolo den DOCG-Status – die höchste Qualitätsstufe Italiens.
Karte: www.dipendechevino.com
Die Weinregion Barolo im Herzen der Langhe
Das Weinbaugebiet umfasst elf Gemeinden im Herzen der Langhe, wobei Barolo, La Morra, Serralunga und Castiglione Falletto zu den bekanntesten Weindörfern zählen. Die Produktion verteilt sich auf kleine Familienweingüter neben grossen Produzenten, jungen Weingütern neben alteingesessenen Familien. Trotz der geringen Rebfläche ist die stilistische Vielfalt enorm. Jede Gemeinde –oft jeder einzelne Hügel – bringt andere Ausdrucksformen hervor. Diese feine Parzellierung ist ein Kern des Barolo-Mythos: Terroir ist hier kein Schlagwort, sondern gelebte Realität.
Bild: Das Dorf La Morra
Ein wichtiger Meilenstein der jüngeren Barolo-Geschichte war die Einführung der MGA (Menzioni Geografiche Aggiuntive) im Jahr 2010. Diese offiziell anerkannten geografischen Zusatzbezeichnungen – insgesamt 181, wie zum Beispiel Ornato, Cerrequio, Rocche di Castiglione, Serradenari – definieren klar abgegrenzte Lagen, Crus oder historische Zonen innerhalb der Gemeinden. Anders als bei französischen Grand Crus sind die MGAs nicht nach Qualität klassifiziert, sondern repräsentieren die Herkunft und Stilistik einer Lage. Ein Barolo mit MGA-Nennung verpflichtet den Winzer, die Trauben ausschliesslich aus dieser exakt definierten Zone zu beziehen. Für Weinliebhaber sind MGAs enorm wertvoll: Sie machen Terroir-Unterschiede transparent, ermöglichen präzisere Vergleiche zwischen Weinen und markieren den Schritt Barolos von einer gemeindebasierten Herkunft hin zu einer lagenorientierten Identität.
Böden: Der leise Dirigent im Glas
Im Norden der Region ist tortonischer Mergel (v. a. in La Morra und Barolo) vorherrschend: kalkreich, feiner, mit höherem Tonanteil. Diese Böden bringen aromatische, zugänglichere Baroli mit seidigen Tanninen hervor.
Zum Beispiel die Weine von Giulia Negri
Im Süden der Region finden sich Böden auf helvetischem Sandstein (v. a. in Serralunga d’Alba und Monforte): ärmer, steiniger, eisenhaltiger. Die Weine wirken strukturierter, strenger und benötigen oft mehr Reifezeit.
Zum Beispiel die Weine vom Weingut Palladino
Die Faszination von Barolo
Weinreise Piemont
Freitag, 29. Mai – Sonntag, 31. Mai 2026 , PIEMONT
Weinreise Piemont
WEIN, KULINARIK UND ITALIENISCHER GENUSS
Eine genussvolle Weinreise ins PIEMONT: Von Freitag, 29. Mai bis Sonntag, 31. Mai 2026 entdecken Sie eine der renommiertesten Weinregionen Italiens mit erlesenen Weinen, authentischer italienischer Küche und unvergesslichen Momenten inmitten sanfter Hügel und historischer Dörfer. Die Reise führt zu namhaften Produzenten, kulinarischen Höhepunkten und ausgewählten Genussstationen und wird persönlich begleitet von Cornelia Calörtscher und Roman Herzog.