X

Degu­stie­ren eine Kunst?

Jein, jeder kann rich­tig degu­stie­ren, wenn er sich an eine kla­re Regel hält — doch davon spä­ter.
Wer kennt die Situa­ti­on nicht: ein Grup­pe von Freun­den oder Bekann­ten sitzt an einem Tisch, ein Wein wird aus­ge­schenkt und irgend­ei­ner am fängt an.…. “rote Bee­ren, dich­te Frucht, etwas Vanil­le.…. Schlürf, Schlürf.… run­der Kör­per, ange­neh­me Säu­re, deut­li­che Wür­za­ro­ma­tik, tief im Alko­hol.… Schluck, Schluck.…. und ein ewi­ger Abgang”. Natür­lich nicken jetzt alle am Tisch und sind froh, dass einer was zum Wein gesagt hat. Doch kann der jetzt was, was die ande­ren nicht kön­nen? Eigent­lich nicht, im Gegen­teil, wenn er nicht ein ech­ter Pro­fi ist, hat er sich sogar etwas gar weit aus dem Fen­ster gelehnt, denn er hat indi­vi­du­el­le und tech­ni­sche Degu­sta­ti­on ver­mischt!
Nun also zur Degu­sta­ti­on, die jeder und jede kann und die nie falsch ist: die indi­vi­du­el­le Degu­sta­ti­on! Jeder Duft und jede Gau­men­emp­fin­dung erin­nert uns an etwas bereits ein­mal Erleb­tes. Wenn ich bei einem Wein sage, dass die­ser genau so riecht, wie damals bei mei­ner Gross­mutter in der Küche, als sie Kon­fi­tü­re ein­ge­kocht hat. Oder wie früh am Mor­gen, wenn ich einen Spa­zier­gang durch den noch fri­schen Tan­nen­wald mache, dann ist das für mich so und folg­lich auch rich­tig. Auch ein­fa­che­re Aus­sa­gen sind immer rich­tig: grü­ne Bana­ne, Vanil­le, Lakrit­ze, flei­schig, wür­zig, Tabak, Leder etc. etc. es ist immer eine per­sön­li­che Asso­zia­ti­on, immer indi­vi­du­ell und dar­um immer rich­tig!
Schwie­rig wird es, wenn tech­nisch mess­ba­re Aus­sa­gen gemacht wer­den. Wenn man also von tie­fer Säu­re, hohem Alko­hol oder kräf­ti­gem Tan­nin spricht. Sol­che Aus­sa­gen sind gefähr­lich, wenn man das nicht 100%tig weiss, oder eben dafür aus­ge­bil­det ist, dies zu erken­nen. Hier zeigt sich jeweils schnell, wenn ein Blen­der am degu­stie­ren ist, dann näm­lich, wenn Neb­bio­lo plötz­lich wenig Tan­nin hat, ein Ries­ling aus der Mosel tie­fe Säu­re auf­weist oder ein weis­ser Grand Cru-Bur­gun­der kein Holz­ein­satz hat.…
Fazit: solan­ge man sich an indi­vi­du­ell, nicht mess­ba­re Aus­sa­gen hält, ist man immer rich­tig. Ein­fach alles was mit Säu­re, Alko­hol, Extrakt, Volu­men etc. zu tun hat ver­mei­den und alles ist OK!

content-page
* inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten